Vergleich CMS - Baukasten

Content Management Systeme (CMS) sind eine geniale Erfindung! Online Baukästen ebenso! Beide Systeme eignen sich hervorragend für den schnellen Start im Internet. Innerhalb kürzester Zeit entstehen Webseiten und Onlineshops, die sich durchaus sehen lassen können. Einschränkungen gegenüber der individuellen Programmierung gibt es zwar, doch sind sie für viele Konzepte nicht relevant und die Einsparungen in Budget und Zeit sind immens!

 

CMS und Baukästen bieten Grundfunktionen von Webseiten und Onlineshops sowie vielerlei häufig verwendete Funktionen und Designelemente als fertige Module an. Dies ermöglicht A) die schnelle Umsetzung von Webseiten und Shops und B) die Umsetzung ohne Programmierkenntnisse. 

 

"Für eine Vielzahl der im Netz vorhandenen Webseiten sind die Möglichkeiten, die CMS und Baukästen bieten, durchaus ausreichend und absolut sinnvoll."

 

Während es bei CMS die Möglichkeit gibt, das System per Programmierung um noch nicht vorhandene Funktionen zu erweitern, ist dies bei Baukästen nicht der Fall. Dafür entfällt bei Baukästen die Systemadministration, was Aufwand bzw. Kosten für den laufenden Betrieb stark reduziert - im Vergleich zu CMS (siehe hierzu auch den Hinweis unterhalb der Tabelle *).

 

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Möglichkeiten und Unterschiede im Vergleich (Baukasten am Beispiel Jimdo). Wer es eilig hat, kann direkt das Fazit lesen >

 

  CMS (z.B. Joomla, Wordpress) Jimdo Baukasten
Grund-Kosten

Start und Umsetzung der Website:

Viele bekannte CMS werden als Open Source angeboten, d.h. es fällt keine Lizenzgebühr für die Software bzw. den Dienst an. Die Umsetzung der Website über das System ist ohne weitere Kosten möglich, da Programmierkenntnisse nicht zwingend benötigt werden. 

Betrieb des CMS: Kosten für Webhosting und Domainregistrierung ab 4€ / Monat, abhängig von den Systemanforderungen des CMS

Start, Umsetzung, Betrieb:
Ein Account für einen Online Baukasten inklusive einer Domain kostet monatlich ab 5€.
Auch ein kostenloser Account ist möglich, jedoch mit Werbeeinblendung und somit für den professionellen Auftritt eher nicht geeignet

Administrative Kosten

(Starker Pluspunkt für Jimdo!)

Sehr wichtig ist das Systemmanagement einschließlich des Einspielens der Sicherheitsupdates. Dieser Punkt wird oft vernachlässigt. Wird das System über die Updates nicht aktuell gehalten, droht der Verlust der Website durch Cyberkriminalität oder durch Schließung des Accounts durch den Hoster (*).

Wer sich die Zeit nimmt, sich ausgiebig mit dem System zu befassen, kann das System alleine und ohne weitere Kosten administrieren. Wer diese Leistungen extern erledigen lässt, muss mit laufenden Kosten rechnen (die Preise variieren sehr)

Bei Online Baukästen fallen KEINE administrativen Kosten an. Das Systemmanagement wird vom Anbieter des Dienstes global durchgeführt und ist im o.g. Accountpreis enthalten
Design -
Machbarkeit
Es stehen sehr viele Templates zur Verfügung, die ohne Programmierkenntnisse eingebunden werden können. Individuelles Design lässt sich umsetzen durch Programmierung eigener Templates Es stehen zahlreiche Layouts zur Verfügung. Auch eigene Designs lassen sich realisieren durch Programmierung von Templates
Design -
Preise
Wer keinen Gefallen an den kostenlosen Templates findet, kann unter einer Vielzahl kostenpflichtiger Templates wählen. Für noch mehr Individualität kann ein Template im eigenen CI (Corporate Identity) bei einem Webdesigner in Auftrag gegeben werden. Neben den kostenlosen Designs gibt es auch hier kostenpflichtige Templates. Auch hier ist die Erstellung eines Templates durch einen Webdesigner möglich
Support Über Communities, Foren, Online Dokumentationen und Literatur

Sehr guter Support durch Jimdo. Zusätzlich stehen zahlreiche Anleitungen, Videos und eBooks zur Verfügung, ebenso eine gut funktionierende Community.

Siehe auch Rubrik "Unterstützung" (hier werden Seminare und Coaching angeboten)

Anzahl der möglichen Projekte

(Kann ein wichtiges Entscheidungs-kriterium sein!) 

CMS können mehrfach auf einem Hostingaccount installiert werden. Die meisten Pakete beinhalten mehr als genug Speicherplatz und auch mehrere Datenbanken. Bei einigen CMS sind Multidomain-Setups möglich. D.h. mehrere nach Außen hin unabhängige Website-Projekte können innerhalb einer CMS Installation betrieben werden.

Ein Account bietet die Möglichkeit, EINE Website zu erstellen. Für mehrere eigenständige Websites müssen jeweils seperate Accounts betrieben werden.

Handhabung

(Starker Pluspunkt für Jimdo!)

Sehr unterschiedlich in den einzelnen CMS, von einfach bis umständlich. Teils werden die Inhalte über einen Zugang im Backend bearbeitet, teils ist die direkte Änderung über das Frontend möglich. Die Pflege von einfachen Inhalten (Text und Bild) ist nach einer kurzen Einweisung sehr gut und intuitiv händelbar.  Für die Nutzung verschiedener Module (z.B. Einbinden von Videos, Bildergalerien etc.) ist es notwendig, diverse Erweiterungen zu installieren. Hierzu ist eine teils intensive Einarbeitung notwendig. Nachdem diese Erweiterungen eingerichtet und konfiguriert wurden, ist die Pflege dieser bestehenden Inhalte dann wieder ohne weitere Kenntnisse möglich.
Positiv zu erwähnen ist hier, dass inhaltliche Änderungen vor dem Speichern per Vorschau angezeigt werden können. 
Sehr einfache Handhabung. Über die OnPage-Bearbeitung finden die Änderungen direkt auf der Inhaltsseite statt. Durch Klick auf das entsprechende Element kann dieses sofort geändert werden. Änderungen sind unverzüglich nach dem Speichern sichtbar. 
Neue Elemente (Überschriften, Textfelder Grafiken, Galerie, Abstand, Videos, Buttons, Formulare u.v.m.) können durch ein sehr einfaches Prinzip an der gewünschten Stelle per Klick eingefügt werden. Eine vorige Einrichtung ist nicht nötig, alles ist bereits vor-konfiguriert.
Allerdings werden inhaltliche Änderungen erst nach dem Speichern sichtbar. Eine Vorschau vor dem Speichern gibt es leider nicht. 
Navigationselemente Die Menüs werden meist über das Backend erstellt und eingerichtet. Durch den Einsatz von Erweiterungen kann die Gestaltung, Platzierung und Anzahl der Menüs sehr flexibel gestaltet werden.

Sehr einfache Handhabung der Menüs direkt auf der Website. Nicht so flexibel wie die Möglichkeiten der Erweiterung im CMS, dafür sehr intuitiv zu handhaben und für eine Vielzahl von Webseiten absolut ausreichend. 

Formulare 

(Kann ein wichtiges Entscheidungs-kriterium sein!) 

Ja. Über die Installation von Erweiterungen sind komplexe Formulare machbar Ja. Sehr einfache Handhabung. Komplexe Formulare sind im Baukastensystem allerdings nicht ohne weiteres machbar. 
Formatierung  Das Ändern von Schriftarten, -größen, Farben etc. kann teils über den Editor, teils über das Template vorgenommen werden  Änderungen an Schriftarten, -größen, Farben etc. kann teils am Element selbst, teils auch global geändert und zusätzlich über das Template gesteuert werden 
Eingriff in den HTML Code Ja, variiert jedoch bei den verschiedenen CMS und ist auch abhängig vom integrierten Editor Jein. Es ist möglich, eigene Templates zu programmieren. 
Bei der Verwendung von Jimdo-Designs ist es auch möglich, den CSS Code zu beeinflussen. Was nicht möglich ist, ist das eingreifen in den Code, um Funktionen funktionell zu verändern (während das Aussehen der Funktionen über den CSS Code durchaus beeinflusst werden kann)
Blog Ja  Ja
Bildergalerie Ja Ja

Shop

(Pluspunkt für Jimdo insbesondere bei kleineren Shops!) 

Ja, die meisten CMS bieten Komponenten für Shop Funktionalitäten an.
Achtung! Viele Komponenten werden von Programmierern aus aller Welt angeboten. Die rechtskonforme Umsetzung für deutsche Shops ist oft nicht gegeben! 
Ja. Sehr einfache Handhabung, jedoch nur eingeschränkt flexibel. Bei Massenprodukten oder sich oft wechselnden Artikeln nicht empfehlenswert. 
Garantiert rechtskonform (wird vom Anbieter administriert, kontrolliert über Trusted Shops)!
Mobile Version, responsive Design Ja. Abhänig vom verwendeten Template ist eine mobile Version bzw. ein responsive Layout gegeben. Optisch kann die mobile Version sehr flexibel angepasst werden, mit entsprechendem Aufwand und Programmierarbeit Ja. Die neuen Jimdo Designs sind responsive umgesetzt. Ältere Designs bieten eine mobile Version, die funktionell sehr gut, optisch etwas eingeschränkt ist. Bei Verwendung der neueren Designs wird dieser Aspekt sehr gut erfüllt. 
Sprachversionen / Mehrsprachigkeit Die Mehrsprachigkeit ist möglich über Plugins oder über WordPress Multisite (mehrere WordPress Instanzen, die über die Multisite-Funktion verknüpft werden) Eine saubere Umsetzung verschiedener Sprachversionen ist nur über eigenständige Jimdo Accounts möglich. D.h. pro Sprache wird ein seperater Jimdo Account benötigt
SEO Ja Ja (nicht möglich in der kostenlosen Version)
URL Weiterleitungen Ja, ist in einigen CMS als Funktion enthalten Ja (enthalten in der Business Version)

Backups

(Klarer Pluspunkt für CMS!)

Gängige CMS wie WordPress, Joomla etc. bieten Möglichkeiten für automatisierte Backups des gesamten Systems. Auch das Versionieren der Inhalte ist möglich. Je nach Einstellung werden Versionen der einzelnen Inhaltseiten gespeichert und können einzeln zurückgeholt werden. Ein Backup / die Wiederherstellung des Jimdo-Projekts ist aktuell leider nicht möglich. Auch eine Versionierung der Inhalte ist nicht möglich.
Durch eigene Workarounds können die Inhalte dennoch manuell gesichert und im Bedarfsfall durch Copy & Paste wieder hergestellt werden.
Statistik Ja. Wird in der Regel durch den Webhoster zur Verfügung gestellt. Per CMS Erweiterung oder externer Tools wie z.B. Google Analytics sind ausführliche Auswertungen möglich. Ja. Statistische Auswertungen sind im Baukasten enthalten. Auch externe Tools wie z.B. Google Analytics kann genutzt werden.

 

 

Fazit: 

Beide Systeme haben ihre Daseins-Berechtigung! 

Bei der Entscheidung für die richtige Technologie ist es wichtig, sehr genau zu prüfen, welche Anforderungen an das System gestellt werden, welches System diese Punkte erfüllt und - schlau ist es, auch zu prüfen, welches System für die individuellen Möglichkeiten bzw. das Budget ausreichend ist. Während man mit einem CMS funktional mehr Möglichkeiten hat, ist man mit einem Baukasten besser bedient, wenn man weder technisches Know How noch ausreichend Budget für das Outsourcing der weiteren Systemadministration hat.

 


 

* Das Einspielen von (Sicherheits-)updates wurde in der Vergangenheit von vielen Webseitenbetreibern stark vernachlässigt. Wenn die Website erstmal online ist, wird oft davon abgesehen, weitere Zeit bzw. Kosten zu investieren. Lange vertrat man die Meinung, dass dieser Aufwand für Webseiten, die keine kritischen Kundendaten abfragen, nicht nötig sei. Man ging das Risiko ein, Opfer eines cyberkriminellen Angriffs zu werden nach dem Motto "mich wird es schon nicht treffen und wenn, dann kann ich die Zeit bzw. das Geld zum Neuaufbau investieren, das ich bis dahin an Administrativem gespart habe". Dass durch einen Angriff jedoch großer Schaden entstehen kann - im eigenen Unternehmen wie auch bei den Besuchern der Website! - wird oft nicht bedacht. Hostinganbieter reagieren seit einiger Zeit auf diese Risiken und sperren Accounts mit veralteten Systemen, auch um andere Kunden, die den gleichen Server nutzen, zu schützen. Die Website ist dann "von jetzt auf gleich" einfach weg. Hat man sich nicht ausreichend um Backups gekümmert, ist der Schaden groß. Der Aufwand, alle Texte, Bilder, Downloads etc. wiederherzustellen ist meist immens. 
Studie des BSI zu diesem Thema: https://www.bsi.bund.de/...